Montag, 15. Dezember 2008

Expo in Cilacap



Vor der Reise nach Malaysia sind wir mit einigen der Jugendlichen nach Cilacap zur einer Expo für Straßenkinderprojekte aus Zentral Java gefahren. Schon die 5 stündige Anreise mit einem Minibus für 23 Personen war ein Meisterstück indonesischer Improvisationskunst. 23 Personen und nur 17 Sitzplätze (von Beinfreiheit keine Rede)...das sind offensichtlich zu viele Personen. Ja so denken Deutsche, aber bei den Indos passt das genau. Da werden einfach noch zwei Hocker in den Zwischenraum gestellt und die Seitentür während der Fahrt aufgelassen, damit sich die anderen auf die Treppe stellen und setzten können. Und das Gepäck wird in die auf abenteuerliche Weise auf dem Dach befestigt. Ich habe die Krise bekommen! Danach schockt einen so schnell nichts mehr. Am nächsten Tag sind wir mit kleinen Booten zu einer Insel übergesetzt, auf der wir dann durch den Wald zu einer Bucht gewandert sind. Das ist mal eine Gruppenaktivität, wie sie mir gefällt. Die Jugendlichen waren semi-begeistert über den Marsch, aber sind am Strand angekommen, direkt mit Klamotten ins Wasser gesprungen. Wieder zurück auf dem Festland hatten die Veranstalter weitere Gruppenaktivitäten für die Jugendlichen organisiert, die von einem professionellen Team eines Hochseilgartens durchgeführt wurden. Die Spiele waren wirklich lustig und haben die Jugendlichen näher zusammengebracht. Das Ganze hat mich stark an meine Vorbereitungsseminare von IJGD in Deutschland erinnert und ich habe selber noch einige neue Spiele entdecken können. Erlebnispädagogik scheint überall zu funktionieren. Erst am nächsten Tag fand dann die eigentliche Expo statt. Alle Projekte bauten ihre Stände auf und es gab eine Bühne für den Bandcontest. Jedes Projekt hatte eine Band die 2-3 Lieder spielte und dann von einer Jury bewertet wurde. Es war interessant sich mit den Mitarbeitern aus den anderen Projekten austauschen zu können und sich einen Eindruck von ihrer Arbeit machen zu können. Viele verfolgen ähnliche Ansätze und bringen den Jugendlichen Handarbeiten bei, wie etwa Schlüsselanhänger aus Holz, Schalen und Sandalen aus alten Autoreifen u.ä. Auch für die Bewertung der Stände gab es eine Jury, da unsere Band leider leicht abgeschmiert ist, waren die Jungs umso begeisterter, als wir den 1.Platz für den kreativsten Stand bekommen haben. Die Armbänder, Ketten und Ohrringe sind bei den Besuchern gut angekommen und auch die anderen Projekte und Jugendlichen waren sehr interessiert und haben einige Sachen als Beispiele für ihre Projekte mitgenommen. Für unsere Jugendlichen war es denke ich in jedem Fall ein großer Motivationsschub, zu sehen, dass sich ihre Arbeiten verkaufen lassen und sich die Leute für ernsthaft für sie interessieren.

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